Im Studium
Praktikum & Auslandsstudium

Praktikum & Auslandsstudium

Innerhalb des Praxismoduls absolvieren die Studierenden ein Auslandspraktikum, ein Praktikum im Inland mit internationalem Bezug oder aber ein Auslandssemester.

  • Übersicht bereits absolvierter Praktika

    Die folgende Liste enthält absolvierte Praktika durch Studierende des MA Atlantic Studies und des Vorläuferprogramms Transformation Studies:

    • Europäisches Parlament, Brüssel, Belgien
    • European Federation of Food Agriculture, Brüssel, Belgien
    • Native Community Centre,  Kanada
    • Friedrich-Ebert-Stiftung, Madrid, Spanien
    • Friedrich-Ebert-Stiftung in Guatemala Stadt
    • Friedrich-Ebert-Stiftung in Dar es Salaam, Tansania
    • Friedrich-Ebert-Stiftung in Lusaka, Sambia
    • Friedrich-Ebert-Stiftung in Mexiko-Stadt, Mexiko
    • Friedrich-Ebert-Stiftung in La Paz, Bolivien
    • Konrad-Adenauer-Stiftung, Dakar, Senegal
    • Heinrich-Böll-Stiftung Nairobi, Kenia
    • Deutsche Botschaft Brasília, Brasília, Brasilien
    • Deutsche Botschaft Wien,Wien, Österreich
    • Deutsches Generalkonsulat New York, USA
    • Kultur- und Pressereferat des Deutschen Generalkonsulates in Toronto, Toronto, Kanada
    • Goethe-Institut Accra, Ghana
    • Goethe-Zentrum Windhoek, Namibia
    • Goethe-Institut, Ouagadougou, Burkina Faso
    • Goethe-Institut, Barcelona, Spanien
    • Deutsche Welthungerhilfe, Büro Kuba
    • Deutscher Entwicklungsdienst DED, Nairobi, Kenia
    • Organisation Voces de los Sentidos, Bogotá, Kolumbien, demokratische Bildungsarbeit)
    • Fundación Natura, Ekuador (NGO Ökologie)
    • Programms Namares (Nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen) der GTZ, Ekuador
    • Asociación MAPU in Escquel (Förderung von Mikrounternehmen), Provinz Chubut, Patagonien, Argentinien
    • Stiftung “Oswaldo Kaufmann”: Krankenhaus Alto Chicama – Coina, Peru
    • Museo de la Palabra y la Imagen, San Salvador, El Salvador
    • Proyecto mARTadero (Kulturprojekt), Cochabamba, Bolivien
    • Museum of Estonians Abroad, Toronto, Kanada
    • Rurales Schulprojekt, Ibagué, Kolumbien
    • StepIn GmbH, Academia Latinoamericana de Español, Cuzco, Peru
    • NGO "Reach Out Cameroon" über ASA-Programm der GIZ
    • Botho, Nichtregierungsorganisation in Kapstadt, Südafrika
    • Holocaust & Genocide Centre, Johannesburg, Südafrika
    • Grund- und Sekundärschule in Njombe, Tansania
    • Cana Girls Rescue Home, Kenia
    • Bushradio, Salt River, Südafrika
    • ANIDES (Asociación Nicaragüense para el Desarrollo Sostenible, Umweltorganisation), Matagalpa, Nicaragua
    • Firma ITCEP.Sarl (Importfirma) in Diourbel, Senegal
    • Hotel „Las Mariposas“, Oaxaca, Mexiko
    • Firma Intertools, Warschau, Polen
    • SEAT, Barcelona, Spanien
    • Softwareunternehmen Helppler, Porto, Portugal
  • Weitere Praktikumsmöglichkeiten
  • Bescheinigung für die Ableistung des Praktikums

STUDIERENDE DES MA ATLANTIC STUDIES BERICHTEN VON IHREN PRAKTIKA

  • Erfahrungsbericht: Praktikum in Barcelona (Spanien)

    PRAKTIKUM AM CENTER EURO AFRICA (BARCELONA, SPANIEN)

    Leigh-Ann und ich machen beide unser Auslandspraktikum beim Centre Euro Africa in Barcelona. Es handelt sich um einen Verein, der vor einigen Jahren von afrikanischen Auswanderern gegründet wurde. Er betätigt sich dabei insbesondere in zwei Bereichen. Zunächst sieht man sich als eine Netzwerkplattform für die Mitglieder an. Das Centre Euro Africa hat sich in den vergangenen Jahren sehr gute Kontakte zu unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Institutionen erarbeitet und stellt diese seinen Mitgliedern zur Verfügung. Die zweite zentrale Aufgabe ist die Repräsentation der afrikanischen Diaspora in Spanien, die in Spanien sehr stark vertreten aber in der Öffentlichkeit und den Medien, kaum wahrgenommen wird. Der Verein organisiert deswegen regelmäßig Veranstaltungen mit unterschiedlichen afrikanischen und europäischen Persönlichkeiten und Organisationen. Momentan organisieren wir z.B. eine Veranstaltung mit dem Women’s March Barcelona. Außerdem sind für das Jahr 2019 mehrere Veranstaltung mit der Südafrikanischen Botschaft in Madrid in Planung.
    Unsere Aufgaben als Praktikanten umfassen im Wesentlichen die Öffentlichkeitsarbeit, die Organisation von Veranstaltungen und allgemeine administrative Aufgaben. Außerdem begleiten wir unseren Chef regelmäßig zu Meetings und fungieren dabei teilweise auch als Dolmetscher.
    An unsere Praktikumsplätze bei der Organisation sind Leigh-Ann und ich eher durch Zufall gekommen. Eine Bekannte, die in Barcelona lebt, hat sich für uns in ihrem Umfeld nach Praktikumsmöglichkeiten umgehört und konnte dabei Kontakt zwischen uns und dem Vorsitzenden des Vereins herstellen. Nach der ersten Kontaktaufnahme hatten wir relativ schnell ein telefonisches Berwerbungsgespräch und kurz danach bereits eine Zusage. Da sich allerdings bald herausstellte, dass das Praktikum nicht bezahlt werden würde, mussten wir vor der endgültigen Zusage ein Stipendium organisieren. Leigh-Ann und ich bewarben uns zunächst beide auf das Erasmus+ Stipendium, da dieses mit 360 Euro im Monat für Spanien sehr gut dotiert ist und mit relativ wenig organisatorischen Aufwand beantragt werden kann. Leigh-Ann erhielt ohne weitere Probleme eine Zusage. Mir erklärte man allerdings, dass ich durch Erasmus + nicht gefördert werden könnte, da ich als Kind bereits in Spanien gelebt hatte. Daraufhin bewarb ich mich auf das Promos Stipendium, welches mit 300 Euro im Monat etwas schlechter vergütet ist und einen weitaus größeren organisatorischen Aufwand erfordert.
    Das Leben in Barcelona bietet sehr viel Abwechslung, ist dabei aber sehr teuer. Insbesondere die Mieten sind astronomisch hoch. Wir hatten zunächst „Glück“, da auf unsere Anzeige auf der Seite Barcelona für Deutsche eine Schweizerin antwortete, die auf Weltreise gehen wollte und deswegen Zwischenmieter für ihr Zimmer suchte. Da der Kontakt sehr nett war und die Miete nur 600 Euro betrug, wurden wir nicht übermäßig misstrauisch darüber, dass wir keinen Mietvertrag erhalten sollten (Es ist sowieso eher ungewöhnlich einen Mietvertrag zu erhalten, wenn man in Barcelona in eine WG zieht). Wir wunderten uns dann nach unserer Ankunft allerdings schon, dass die Schweizerin noch immer in der Wohnung wohnte und bei einer Freundin im anderen Zimmer schlief. Es lief dann auch alles gut, bis man uns nach zwei Wochen erzählte, dass wir zum Monatsende ausziehen müssten, da sie nun doch nicht auf Weltreise gehen wollte. Nach dem ersten Schock fanden wir über Seiten wie Badi und Idealista schnell ein neues und besseres Zimmer und erhielten von unserer Vermieterin eine angemessene Rückzahlung. Trotzdem würden wir jedem raten, sich zunächst in einem Hostel oder bei AirBnB einzumieten und dann vor Ort zu suchen. Außerdem sollte immer auf einen Vertrag bestanden werden.

    Joshua Calderón, Leigh Ann Mc Sweeney

  • Erfahrungsbericht: Praktikum in Accra (Ghana)

    Physical, Theatre and Cultural Education in Accra

    Vor 3 Wochen bin ich in Ghanas Hauptstadt Accra gelandet und habe mein Praktikum bei Mister Frank Sam angetreten. Während meiner zehntägigen Ghanareise im Oktober 2017 hatte ich das Glück, den Choreografen, Tänzer und Lehrer kennen zu lernen und damit eine Basis für mein aktuelles, privat organisiertes Praktikum zu schaffen.

    Seit Anfang des Monats düse ich also mit den berühmten Ghanaischen Tro-Tros von Schule zu Schule (ich bin insgesamt in sechs Schulen tätig) und assistiere meinem Mentor bei seinem ‚Physical Education‘-, ‚Theatre Education‘- und ‚Cultural Education‘-Unterricht. Ein besonderes Highlight sind für mich die drei Mal wöchentlich stattfindenden Proben seines Tanztheaterprojekts ‚Tete Adeyhemma‘ in den Cantonments, einem Vorort Accras. Hier kommen diejenigen Kinder und Jugendliche aus den unterprivilegierten Familien der Community zusammen, die tagsüber auf den Straßen Produkte verkaufen müssen anstatt in die Schule gehen zu können, um sich zwei Stunden lang, von Ghanaischen Trommeln getrieben, die Seele aus dem Leib zu tanzen.

    Im Laufe meines viermonatigen Praktikums werde ich eine Forschungsfrage erarbeiten, die meine Studienschwerpunkte (kulturelle Bildung im atlantischen Raum, Darstellungsverfahren in zeitgenössischen darstellenden Künsten, Theaterdidaktik im internationale Vergleich) vereint und damit als Grundlage für meine Masterarbeit dient.

     

    Felix Büchner

  • Erfahrungsbericht: Auslandsstudium in Guadalajara (Mexiko)

    Mein Auslandsstudium in Guadalajara

    Zurzeit bin ich ein Semester lang an der Uni von Guadalajara unterwegs. Dort bin ich in ‚Internationale Beziehungen‘ eingeschrieben, denn – Überraschung – Atlantic Studies gibt es hier nicht. Ich belege zwei Kurse und recherchiere für meinen Forschungsbericht. Zunächst war das nicht so einfach mitzukommen, vor allem weil ich wenig Spanisch spreche. Spanische Texte zu lesen dauert immer noch sehr lang. Ich finde mich aber immer besser zurecht und die Stadt ist echt schön, wenn doch leider mit etwas viel Smog. Wenn man ein paar Stunden Autofahrt investiert, kann man an den Wochenenden viele Städte etc. erreichen. Gleich um die Ecke ist zum Beispiel Tequila. Und vier Stunden landeinwärts befindet sich Queretaro, was ich persönlich sehr schön finde, weil es den Charakter einer Kleinstadt hat, aber eine Großstadt ist.

     

    Lisa Heinemann

  • Erfahrungsbericht: Praktikum in Hannover (Deutschland)

    PRAKTIKUM IN DER AGENTUR FÜR ERWACHSENEN-UND WEITERBILDUNG

    © Larissa Becks

    Seit Anfang Oktober bis Ende Januar, mache ich ein Praktikum in der Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung oder kurz: AEWB. Hier arbeite ich in den Bereichen: Alphabetisierung / Grundbildung, EU-Programme und Migration - Integration.

    Die Diversität meiner Aufgabenbereiche, spiegelt sich auch in meinen Tätigkeiten wider. 
    Ich sehe mich irgendwo zwischen einer „Bürofee“, die z.B. Adressenlisten aktualisiert und einer pädagogischen Assistenz, die fachliche Recherchearbeiten betreibt, die bei Vorbereitungen mithilft, sich konzeptuell austoben kann und sich bei Seminaren und co. fachlich weiterbildet. Alles in allem, also eine sehr gelungene Mischung.
    Kaffee kochen muss ich somit nicht ;-)

    Die Entscheidung ein Praktikum in Hannover zu machen, habe ich ganz bewusst getroffen.
    Ich sehe es als eine gute Gelegenheit in Niedersachsen Berufserfahrungen zu sammeln und vielleicht den einen oder anderen Kontakt zu knüpfen.

    Da mich aber dann doch wieder das Fernweh gepackt hat, mache ich im Anschluss „einfach“ noch ein zweites Praktikum im Ausland.
    Denn die Idee des Praxissemesters ist für mich ganz klar definiert: so viel Berufserfahrung wie möglich sammeln und in so viele unterschiedliche Bereiche wie möglich schnuppern.

    Im Idealfall fliegt mir noch ein Masterarbeitsthema zu… Wenn das nicht klappt, ist das aber auch nicht weiter dramatisch.

     

     

    Larissa Becks

  • Erfahrungsbericht: Studieren und Forschen in Costa Rica
    © Alessandra Guhr

    Studieren und Leben in Costa Rica

    Die Vorbereitung

    Für die Vorbereitung sollte man großzügig Zeit einplanen, da vor allem dem Visum – sowohl bereits in Deutschland, als auch dann in Costa Rica – einiges an Aufwand vorangeht. Ist man von der LUH für den Austausch angenommen worden, steht noch die Bewerbung bei der Universidad de Costa Rica (UCR) an. Ist diese geschafft – jedoch spätestens nach Erhalt des Letters of Acceptance von der Universidad de Costa Rica – sollte man sich an die costaricanische Botschaft in Berlin oder an das Honorarkonsulat in Hannover wenden, um das Visum zu beantragen. Neben der Vereinbarung für einen Termin zur Abholung des Visums müssen zunächst einige Dokumente eingereicht werden. Dazu gehören neben dem Reisepass mit Kopien, Passfotos und dem Letter of Acceptance, unter anderem auch der Nachweis ausreichender finanzieller Mittel, eine Internationale Geburtsurkunde und ein polizeiliches Führungszeugnis. Für die letzten beiden Dokumente wird zudem eine Apostille benötigt, die man am besten gleich bei der Beantragung mit anfordert.

    Neben dem Visum stehen natürlich auch die Organisation von der An- und Abreise und der Unterkunft an. Die Universidad de Costa Rica bietet die Unterbringung bei einer Gastfamilie an für die man sich bewerben kann. Wer lieber alleine oder zusammen mit anderen Studenten wohnt, wird in San José eine Fülle an Hostels und zur Vermietung bestimmte Zimmer und Wohnungen finden. Letztere lassen sich jedoch leichter vor Ort ausfindig machen. Bei der Vorbereitung sollte man zudem überlegen, ob nicht noch einige Impfungen sinnvoll sein könnten.

    Bevor es losgeht, sollte man sich überlegen, wie man den Aufenthalt in Costa Rica nutzen möchte. Neben der Möglichkeit, das Semester an der UCR als Ergänzung zu seinem Studium in Hannover zu betrachten und sich Kurse für sein Studium anerkennen zu lassen, besteht auch die Möglichkeit in Costa Rica ein Forschungsprojekt durchzuführen und den Forschungsaufenthalt als Praxismodul anerkennen zu lassen. Ein vorläufiges Learning Agreement wird dann in Hannover in Absprache mit den Betreuern und Koordinatoren des Austauschprogramms erstellt. Die endgültige Kurswahl erfolgt in Costa Rica.

    Und dann heißt es auch schon plötzlich Kofferpacken … Sonnencreme, Insektenmittel, Regenschirm, Wörterbuch, … und los geht’s! 

     

    Studieren in San José

    Das Studentenleben in Costa Rica ist spannend, jedoch nicht zu vergleichen mit dem in Deutschland. Zu Anfang des Semesters gibt es einen Orientierungstag, an dem alle Austauschstudenten teilnehmen müssen. Hier wird der Alltag an der UCR vorgestellt und noch einige organisatorische Dinge besprochen. In den nächsten Tagen müssen dann alle aus Deutschland mitgebrachten Dokumente übersetzt und schließlich im International Office eingereicht werden, um das endgültige Studentenvisum beantragen zu können. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die wenigsten tatsächlich ein Visum am Ende des Semesters erhalten. Um an der UCR regulär immatrikuliert zu sein, müssen jedoch alle erforderlichen Unterlagen vorliegen, weshalb man unbedingt alle notwendigen Dokumente mit nach Costa Rica nehmen sollte.

    Die Seminare, die man besuchen möchte, werden vor Ort gewählt. Alle Kurse werden auf Spanisch angeboten, weshalb gute Sprachkenntnisse vorauszusetzen sind.  Es ist außerdem zu beachten, dass die Kurse sehr zeitaufwendig sind – 100 Seiten Lektüre pro Kurs und Woche sind nicht ungewöhnlich. Zudem verlangen die meisten Dozenten neben einer Hausarbeit noch zwei bis drei Klausuren und ein Referat pro Semester. Wer einen Forschungsaufenthalt plant, sollte daher erfahrungsgemäß nicht mehr als zwei Kurse belegen. So unterschiedlich die Seminare dann in Thematik, Aufbau und Art der Lehre waren, hatten sie doch gemein, dass die Dozenten sehr engagiert waren und einem bei Fragen oder Problemen stets weitergeholfen haben.

    Auch wenn das Studium sich sehr zeitintensiv gestaltet, macht das Studieren am Unicampus „Rodrigo Facio“ in San José großen Spaß. Hier trifft man sich oft mit Freunden und Kommilitonen, mit denen man in den umliegenden Sodas – den kleinen costaricanischen Restaurants- günstig zu Mittag essen kann. Und auch das in der Universität beheimatete Faultier beehrt die Studenten ab und zu mit seiner Anwesenheit. Zur Gestaltung der Freizeit bieten sich die zahlreichen für Studenten kostenlosen Angebote auf und um den Campus herum an -  Konzerte und Vorträge, diverse Filmvorführungen und natürlich Sportkurse, bei denen man auch lateinamerikanische Tänze lernen kann.

     

    ¡Pura Vida! in Costa Rica

    Neben dem nicht ganz unanstrengenden Studentenleben hat Costa Rica natürlich sehr viel mehr zu bieten. San José besitzt eine Fülle an kulturellen Angeboten, die sich über „Enamórate de tu ciudad“ (wöchentliches Kulturfest), „Feria agrícola“ (Bauernmärkte) bis hin zum „Mercado Central“ in der Innenstadt (Markthalle), welcher seit 1880 existiert, erstreckt. Obwohl Costa Rica nur etwa so groß ist wie Niedersachsen, reicht ein Semester kaum aus, um das Land in all seinen Facetten kennenzulernen. Wer entspannen und Sonne tanken möchte, der kann in nur kurzer Zeit an die Karibik- bzw. Pazifikküste gelangen. Dank der geringen Größe des Landes kommt man von San José aus relativ schnell ans Meer, weshalb auch z.B. Wochenendreisen während des Semesters kein Problem sind. Auch tropische Regenwälder und Vulkane hat das kleine mittelamerikanische Land zu bieten.

    Das Reisen mit dem Bus ist in Costa Rica günstig, einfach und sicher. Im Gegensatz zu anderen Städten gibt es in San José sehr viele verschiedene Busstationen mit unterschiedlichen Strecken, weshalb man sich bereits im Vorfeld darüber erkundigen sollte, von wo aus man welchen Bus nehmen muss. Denn zum einen besitzt fast jede Strecke einen eigenen Busbahnhof. Und zum anderen liegen viele von ihnen an abgelegenen Orten. Darüber hinaus gibt es in Costa Rica keine Straßennamen, so wie man es hier gewohnt ist, sondern eine Straßenzuordnung nach Richtungsangaben („50 Meter östlich und 25 Meter nördlich der Roosevelt-Schule“) und nur in San José eine Straßenordnung nach geraden und ungeraden Ziffern. Zudem empfiehlt es sich, sich sein Busticket bereits einen Tag im Vorfeld zu kaufen, da auch die Ticos, wie die Costaricaner sich selbst nennen, oft mit dem Bus reisen.

    Auch die Nachbarländer Panamá und Nicaragua, die sich kulturell teilweise stark von Costa Rica unterscheiden, sind definitiv eine Reise wert. Obwohl sie nicht weit entfernt liegen, so sollte man doch etwas mehr Zeit dafür einplanen, weshalb es sich anbietet, nach Ende des Semesters diese Länder zu besuchen.

    Ob Chifrijo, Chiliguaro oder Osos Perezosos – es gibt diverse Dinge, die man nach seinem Aufenthalt in Costa Rica nicht mehr missen möchte. Das Auslandssemester in Costa Rica ist daher nicht nur eine hervorragende Möglichkeit, seine Sprach- und Fachkenntnisse zu erweitern, sondern vor allem eine fantastische Gelegenheit Menschen und Kulturen kennenzulernen und neue, wunderschöne Orte zu entdecken. Die glücklichsten Menschen der Welt leben in Costa Rica – wer herausfinden möchte warum, sollte sich das ¡Pura Vida!- Abenteuer auf keinen Fall entgehen lassen.

     

    Azar Hagshenas, Christina Kochannek

  • Erfahrungsbericht: Auslandsstudium in San José (Costa Rica) & Praktikum in Barcelona (Spanien)

    Auslandssemester an der Universidad de Costa Rica und Praktikum in einer Sprachschule in Barcelona

    © Alessandra Guhr

    Mein Studienverlauf zeigt, dass auch verschiedene Möglichkeiten, das Praxismodul zu gestalten, kombiniert werden können und dass sich Studenten*innen nicht darauf festlegen müssen, ob sie ein Auslandsstudium oder ein Praktikum absolvieren, denn- es geht beides!!!

    Ich absolvierte zunächst ein Auslandssemester an der Universidad de Costa Rica in der Hauptstadt des Landes, San José. Ich entschied mich dafür, ein Semester sehr weit weg von zuhause zu verbringen, weil ich neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln wollte. Durch die Kooperation, die zwischen der Leibniz Universität und der UCR in Costa Rica besteht, war mir sowohl ein Studienplatz wie auch ein Stipendium garantiert, was den weiteren Verlauf erheblich einfacher gestaltete. 

    Innerhalb meines Auslandsstudiums belegte ich vornehmlich Kurse an der "Facultad de Historia" und beschäftige mich sehr intensiv mit der Geschichte Mittelamerikas (insbesondere mit der Geschichte Costa Ricas). Mein eigentliches "Ziel" war jedoch die Fertigstellung eines Exposés für die Masterarbeit, weshalb ich in Costa Rica auch viel Zeit für Recherchen und die Fertigstellung des Exposés aufbrachte. Das sogenannte "Praxismodul", für das ich diesen Aufenthalt absolvierte, soll den Studenten*innen des Masters die Möglichkeit geben, sich mit einem selbst gewählten Thema tiefergehend auseinanderzusetzen (im Idealfall handelt es sich um das Thema der Masterarbeit) und in dem Kontext, in dem sie sich befinden, zu forschen. 

    Das war auch mein Ziel. Doch während meiner Recherchen und der Auseinandersetzung mit meinem Exposé bemerkte ich, dass das ausgesuchte Thema zu weit gefasst war und dass mir grundlegende kunstwissenschaftliche Kenntnisse fehlten (es handelte sich um ein Thema, welches eine Kombination aus Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft und Kunstwissenschaft darstellte). Ich beschloss daraufhin, das Thema zu wechseln und mich mit einer anderen Thematik auseinanderzusetzen, die mich ebenfalls mein ganzes Studium lang begleitet hatte: Der Konflikt zwischen Katalonien und Spanien. 

    Mein Auslandsstudium in Costa Rica war deswegen aber nicht "umsonst" gewesen, denn ich hatte durch die Kurse an der Universität viel dazugelernt, mein Spanisch hatte sich (vor allem durch das viele Lesen von Texten für die Uni) erheblich verbessert und ich konnte ein Land kennenlernen, was viel zu bieten hat und hier in Europa nicht ganz so bekannt ist bzw. von vielen unterschätzt wird. Während des Auslandsaufenthalt konnte ich mich auch sehr tiefgreifend mit mir selbst auseinandersetzen und habe viel über mich selbst und meine Erwartungen für die Zukunft gelernt. Ich stellte fest, dass ich in einer großen Metropole leben wollte, die unendliche kulturelle Möglichkeiten bietet. Daraufhin beschloss ich, nach Barcelona zu gehen- eine Stadt, zu der ich seit über 10 Jahren eine besondere Bindung habe und die für mich persönlich den perfekten Lebensraum darstellt. 

    Da das "neue" Thema meiner Masterarbeit auch innerhalb dieses Kontextes zu verorten ist, konnte ich diesen Auslandsaufenthalt ebenfalls dazu nutzen, zu recherchieren und Informationen für meine Arbeit zu sammeln. Dieses Mal entschied ich mich aber für ein Praktikum, da wir keine Kooperationen mit der Universitat de Barcelona haben. Da ich neben dem Master Atlantic Studies auch noch den Lehramtsmaster mit der Fächerkombination Spanisch/Geschichte studiere, entschied ich mich für eine Sprachschule, in der ich 5 Monate Deutsch- und Spanischunterricht gab (s. Bild mit einem meiner Kurse). Mithilfe des Programms Erasmus+ (Förderung von Auslandspraktika in Europa) konnte ich mir diesen Aufenthalt finanzieren. 

    Dass Barcelona eine tolle Stadt ist, die viel zu bieten hat, ist wahrscheinlich jedem klar. Ich genoss jeden Tag in dieser wunderbaren Metropole, die neben einer beeindruckenden Architektur (Stichwort: Antoni Gaudí), vielen interessanten Museen (u.a. das Museu Nacional d'Art de Catalunya, Museu Picasso, etc.), einer sehr facettenreichen Gastronomie (katalanische Gerichte wie das berühmte "Pa amb tomàquet", die "Calçots" oder bekannte spanische Tapas wie "Patatas Bravas") auch eine beeindruckende Landschaft (einen Stadtstrand direkt im Zentrum) zu bieten hat. Katalonien ist generell ein sehr schöner Teil Spaniens, da das Klima sehr mild ist (angenehme, nicht ganz so heiße, Sommer und einen überaus milden Winter mit bis zu 20 Grad). Zudem verfügt die Region über einen langen Küstenstreifen und einen Teil der Pyrenäen, sodass jeder dort auf seine Kosten kommt.

    Letztendlich hatte sich dieser Aufenthalt für mich in mehrfacher Hinsicht gelohnt: Ich konnte Informationen und Quellenmaterial für meine Masterarbeit sammeln, und, noch viel erfreulicher, ich entschied mich, ganz nach Barcelona zu ziehen, nachdem man mir, in der Einrichtung, wo ich das Praktikum absolviert hatte, einen Job angeboten hatte! Auch die Wohnung, in der ich während den 5 Monaten lebte, gefiel mir so gut, dass ich dort weiter wohnen werde. 

    Dieser Auslandsaufenthalt hätte nicht besser laufen können und ich bin sehr glücklich, dass ich mich letztendlich dazu entschieden habe, nach dem Auslandsstudium in Costa Rica, einen weiteren Auslandsaufenthalt zu absolvieren. Ich studiere dadurch ein Semester länger, doch die Erfahrungen, die ich sammeln konnte, sind es mir auf jeden Fall wert! 

     

    Alessandra Guhr